»Sinfonie Nr. 5«
Sinfonische Lyrik I Dmitri Schostakowitsch
Rezitation: Julia Stemberger
Sinfonie Nr. 5 d-Moll op. 47
by Dmitri Schostakowitsch
with texts by Alexander Puschkin, Michail Bulgakow, Ossip Mandelstam among others
80 Minuten
Als Dmitri Schostakowitsch im April 1937 die Arbeit an seiner Sinfonie Nr. 5 begann, wurde die Sowjetunion gerade von Josef Stalins »Großem Terror« heimgesucht. Auch Schostakowitschs Familie blieb nicht verschont: Sein Schwager wurde verhaftet, seine Schwester nach Sibirien deportiert. Bereits im Juli 1937 beendete er die Komposition und legte sie pflichtgemäß der Leningrader Komponisten-Gewerkschaft vor. Es galt festzustellen, ob das Werk der Regierungsideologie gerecht würde. Tatsächlich bestätigte das Gutachten eine vermeintliche Linientreue; der Marsch am Ende der Sinfonie wurde als Verherrlichung des Regimes gedeutet. Doch Schostakowitsch betonte später: »Was in der Fünften vorgeht, sollte meiner Meinung nach jedem klar sein. Der Jubel ist unter Drohungen erzwungen.«
In diesem Konzert der Reihe »Sinfonische Lyrik« präsentiert das Orchester des Staatstheaters am Gärtnerplatz unter der Leitung von Anthony Bramall Schostakowitschs großes Werk des »Sozialistischen Realismus«. Ergänzt wird die Aufführung durch ausdrucksstarke Texte, die die narrativen Intentionen des Komponisten bildhaft vor Augen führen – nicht zuletzt von Alexander Puschkin, dem einflussreichen russischen Nationaldichter.