MAHLER – SINFONIE NR. 4

Sinfonische Lyrik

Gustav Mahler 

Sinfonie Nr. 4 G-Dur für Orchester und Sopransolo

Mit Texten von Jean Paul und aus »Des Knaben Wunderhorn«

»Des Knaben Wunderhorn«, die berühmte Volksliedsammlung, die Clemens Brentano und Achim von Arnim 1805−1808 herausgaben, beschäftigte Gustav Mahler jahrelang. So komponierte er nicht nur zwölf »Wunderhorn«-Lieder, sondern entwickelte aus dieser Vertonung auch gleich drei seiner Sinfonien. Deren Schlussstück bildet die Sinfonie Nr. 4, die Mahler selbst in Anlehnung an den romantischen Dichter Jean Paul als »Humoreske« bezeichnete. Darin greift er eines seiner Orchesterlieder auf: »Das himmlische Leben«, eine groteske Darstellung des Paradieses als Schlaraffenland und Echo auf »Das irdische Leben«, das voll Kummer und Not ist. Mahler faszinierte gerade an diesem Text die Mischung aus »Schelmerei« und »tiefstem Mystizismus«. So baute er das Lied als Sopransolo im Finale seiner Sinfonie ein, auf das gewissermaßen alle vorangehenden Sätze stringent zulaufen. Das Werk wurde 1901 in München uraufgeführt und zählt zu den populärsten Sinfonien Mahlers. Ergänzt wird die Aufführung durch weitere Texte aus »Des Knaben Wunderhorn« und von Jean Paul, einem Lieblingsdichter Mahlers, mit dessen Werk er sich intensiv befasste.