Programm SPARKS 2026
Vorspiel im Eingangsfoyer:
»moving forward«
Choreografie: Wyatt Drew Florin
Fotografie: Wyatt Drew Florin
Tanz: Wyatt Drew Florin
Dieses Solo ist das vierte Element eines fortlaufenden Forschungsprojekts, das die künstlerischen Medien Bewegung und Fotografie miteinander verschmilzt. Ein roter Faden ist dabei zentral und fungiert sowohl als physisches Objekt wie als symbolisches Leitmotiv. Er verkörpert all das, was wir mit uns tragen, sowie all das, was wir hinter uns lassen. Die Performance ist eine Meditation über den Glauben daran, dass alles aus einem bestimmten Grund geschieht.
This solo is the fourth installment of an ongoing research project that blends the mediums of movement and photography. It centers around red string as both a physical object and symbolic throughline. It represents the things we carry with us and the things we leave behind. This work is a meditation on the belief that everything happens for a reason.
1. »Falling Awake«
Choreografie: Yunju Lee, Hyo Shimizu
Tanz: Alexander Quetell, Emily Yetta Wohl, Chia-Fen Yeh, Nicolò Zanotti
In Träume fallen. Erwachen durch Bewegung. Die geheimen Leben, die wir in unseren Träumen führen, verborgene Wahrheiten und Wünsche, die im Schlaf wiederentdeckt werden ‒ wenn wir träumen ist es, als ob ein Bilderbuch der Erfindungen unseres Geistes lebendig werden würde. Jedes Fallen ist kein Ende, sondern der Beginn eines neuen Erwachens. Was meint dann »in den Schlaf fallen«?
Falling through dreams. Awakening through movement.
The secret lives we live in our dreams, the hidden
truths and desires rediscovered in sleep. As if a picture book of our mind’s
creation comes to life while we dream. Every fall is not an ending, but the
beginning of a new awakening. What, then, does it mean to »fall asleep«?
2. »FULL IN/FULL OUT«
Choreografie: Dean Elliott
Tanz: Montana Dalton, Ethan Ribeiro, Micaela Romano, Mariana Romão
»FULL IN/FULL OUT« erforscht das Streben nach Perfektion – als spielerische Verbindung von Athletik und künstlerischem Schaffen, von Präzision, Ausdauer sowie dem feinen Wechselspiel zwischen Eleganz und Kraft. Die Performer und Performerinnen agieren im Spannungsfeld zwischen der Arbeit als Team und dem Wunsch nach Anerkennung als Individuum. Sie finden dabei zur Einheit innerhalb der Konkurrenz, und zu Konkurrenz innerhalb der Einheit, indem sie einen Blick auf die anderen und einen Blick auf die eigene Profilierung gerichtet halten.
»FULL IN/FULL OUT« is an exploration of chasing perfection. It is a playful nod to athleticism’s intersection with artistry; to precision, tenacity and the delicate interplay of elegance and power. Navigating the tension of working as a team whilst yearning for individual recognition; the performers find unity amongst rivalry, and rivalry amidst unity, as they keep one eye on their fellow athletes and the other on the prize.
3. »The risks we take together«
Choreografie: Montana Dalton
Tanz: Elisabet Morera Nadal, Hyo Shimizu, Chia-Fen Yeh
»Zuhause ist nicht immer ein Ort – für mich ist es vielmehr ein Gefühl, das wir in uns tragen. Meine Arbeit erforscht die Last der Einsamkeit und die Vergänglichkeit des Lebens.« ‒ so die Choreografin. Bei jedem Beginn tragen die Tänzer und Tänzerinnen die Erinnerungen daran, wo sie herkommen, in sich. Mit jedem neuen Anfang entstehen neue Beziehungen, und Momente der Freundlichkeit verwandeln Isolation in Zugehörigkeit. Immer gibt es eine Hoffnung, die uns daran erinnert, dass wir ein Zuhause an unerwarteten Orten und bei fremden Menschen finden können.
»Home is not always a place – for me it is more often a feeling that we carry within us. My work explores the weight of loneliness and the fleeting nature of life.« – says the choreographer. As they begin again, the dancers carry with them the memories of where they came from. With new beginnings, new relationships emerge and moments of kindness transform isolation into belonging. Unyielding hope reminds us that home can be found in unexpected places and people.
4. »AVE«
Choreografie: Gjergji Meshaj
Tanz: Gjergji Meshaj
Diese Arbeit erzählt von der Suche nach einem Fluchtweg, nach Trost oder einer Antwort von oben. Sie spiegelt den Kontrast zwischen einerseits einer starken Hoffnung und andererseits den Qualen der Einsamkeit sowie der Angst vor einem Scheitern, bei dem man sein Selbst verliert. Es ist eine Reise auf der Suche nach Gnade, begleitet von der ständigen Furcht, sich in der eigenen Dunkelheit zu verfangen. »Diese Choreografie widme ich meiner verehrten Lehrerin Barbara Gatto, deren stetige Unterstützung und Inspiration mir auf meinem künstlerischen Weg so viel bedeutet haben.« – betont der Choreograf.
This work explores the search for an escape route, a source of comfort, or a response from above. It reflects the contrast between hope and the desolation of loneliness, and the anguish of falling while losing our sense of self. It is a journey in search of grace, accompanied by the constant fear of becoming trapped within our own shadows. »I dedicate this choreography to my dear dance teacher, Barbara Gatto, whose constant support and inspiration have meant so much to me throughout my artistic journey.« – says the choreographer.
PAUSE
5. »These being the concerns«
Choreografie: Ariane Roustan
Tanz: Mikayla Lambert
Audiovisuelle Originalkomposition: Tobias Feldmeier
Diese Performance, in der Mitte von »Sparks« situiert, basiert auf Texten aus »Whereas« von Layli Long Soldier, einer Autorin der Oglala-Lakota, einer der größten indigenen Gruppen Amerikas. Es ist eine poetische Auseinandersetzung mit den offiziellen Entschuldigungen gegenüber den indigenen Völkern. Sie macht die absurde Differenz zwischen performativem Diskurs und gelebter Wahrheit sichtbar. Deutlich im Raum positioniert, dabei jedoch zwischen einem künstlichen Stück Land und einem kalten Tor aus Eisen eingezwängt, entwirft die Arbeit einen symbolischen Spannungsraum. Durch Aktionen der Anpassung, Rebellion und Verzerrung verwandelt die Performerin den Körper in einen Ort des Widerstands, der die Ruhe unterbricht und das Publikum einlädt, sich zurück zu besinnen – oder auch nicht –, um die Stimmen zu hören. Die Choreografie von Ariane Roustan ist eine nicht-indigene Reflexion über Layli Long Soldiers »Whereas« und erhebt nicht den Anspruch, für die Oglala-Lakota oder andere indigene Nationen zu sprechen.
Taking place midway through the evening »Sparks«, this performance is based on texts from »Whereas« by Layli Long Soldier, an Oglala Lakota writer whose people are among the largest Indigenous nations in North America. Her work; a poetic dissection of official apologies addressed to Indigenous peoples, revealing the absurd gap between performative discourse and lived reality. Positioned prominently within the space, yet confined between a artificial piece of land and a cold iron gate, the work creates a symbolic field of tension. Through acts of adaptation, rebellion, and distortion, the performer transforms the body into a site of resistance that disrupts stillness and invites the audience to pause – or not – and listen to the voices being heard.Ariane Roustan’s choreography is a non-Indigenous reflection on »Whereas« and does not claim to speak on behalf of the Oglala Lakota or any other Indigenous nation.
6. »Aufguss«
Choreografie: Alexander Quetell, Emily Yetta Wohl
Tanz: Chia-Fen Yeh, Nicolò Zanotti
Kostüme: Emily Yetta Wohl
Ein »Aufguss« ist, wenn man in der Sauna aromatisiertes Wasser über heiße Steine gießt. Das Wasser verdampft, und indem man die Luft mit einem Handtuch verwirbelt, wird der Dampf gleichmäßig im Raum verteilt, was die Saunierenden weiter aufheizt. Der Körper – sowohl der individuelle als auch der kollektive – kann große Belastungen aushalten, bevor er kollabiert. Welches Maß an Beschwerden sind wir bereit zu ertragen?
An »Aufguss« is when one pours aromatic water over hot stones in the sauna. The water evaporates into a burst of steam, and by swirling the air with a towel, the steam can be distributed evenly throughout the sauna, further heating the bather’s body. The body – both, the individual and the collective – can withstand great strain before it collapses. What levels of discomfort are we willing to endure?
7. »Rec Room«
Choreografie: Ethan Ribeiro
Tanz: Ethan Ribeiro
»›Rec Room‹ ist ein Solo, inspiriert von dem Spielzimmer, in dem ich aufgewachsen bin – einem Raum der Fantasie, des Spiels und der Geborgenheit.« – erläutert Choreograf Ethan Ribeiro. Ausgehend von Erinnerungen an Kindheit, Familie, Sport, Imagination und Schutz zeichnet die Arbeit eine körperliche Reise von der Jugend ins Erwachsenenalter nach. Durch eine Bewegungssprache, geprägt von erinnerten Erfahrungen, erforscht »Rec Room« die Beziehung zwischen Freiheit und Beschränkung und reflektiert, wie die Räume, die uns prägen, in unseren Körpern weiterexistieren – auch noch lange, nachdem wir sie verlassen haben.
»›Rec Room‹ is a solo work inspired by the playroom where I grew up – a space of imagination, play and safety.« – says choreographer Ethan Ribeiro. Drawing on memories of childhood, family, sport, fantasy and shelter, the work traces a physical journey from adolescence into adulthood. Through a movement language shaped by remembered experiences, »Rec Room« explores the relationship between freedom and confinement, reflecting on how the spaces that shape us continue to live within our bodies long after we leave them.
8. »Speaking of seven«
Choreografie: Micaela Romano, in collaboration with the dancers
Tanz: Wyatt Drew Florin, Gjergji Meshaj, Elisabet Morera Nadal, Mariana Romão
Manche Zahlen werden einfach aufgezählt. Andere werden erinnert, wie die Sieben. Sieben ist nicht einfach nur eine Zahl. Sieben ist eine Geschichte. Ein Gefühl. Eine Erinnerung daran, dass es selbst in einer Welt voller Chaos und Unsicherheit Muster gibt, dass es Bedeutung gibt und dass es Magie gibt. Sieben ist die ultimative Glückszahl.
Some numbers are counted. Others are remembered. Seven is one of them. Seven is not just a number. It’s a story. It’s a feeling. It’s a reminder that, even in a world full of chaos and uncertainty, there are patterns, there is meaning and there is magic. Seven is the ultimate lucky number.
9. »it was all so sweet«
Choreografie: Matthew Perko
Tanz: Dean Elliott, Mikayla Lambert, Yunju Lee, Ethan Ribeiro
»it was all so sweet« beginnt und endet mit der Gewissheit, die uns allen gemeinsam ist. Zwischen diesen beiden Momenten liegt ein Leben, das auf einzigartige Weise von flüchtigen Begegnungen, stillen Veränderungen, Momenten des Chaos und von Erinnerungen, gemildert durch die Zeit, geprägt ist. Es ist eine Reise, die ebenso sehr vom Glück und Zufällen geleitet wird wie vom Glauben, von unseren Plänen und unsichtbaren Kräften, die unseren Weg bestimmen. Das Stück lädt dazu ein, nachzudenken über die Schönheit, die Vergänglichkeit und das stille Glück, das darin liegt, in den Momenten zu leben, die wir selbst gestalten, in den Momenten, die uns geschenkt werden, und in den Geheimnissen, die wir nie ganz verstehen können – bis sich eines Tages unser Leben wie ein Film vor uns entfaltet.
»it was all so sweet« begins and ends with the certainty we all share. Between those two moments lies a life uniquely shaped by fleeting encounters, quiet transformations, moments of chaos, and memories softened by time. It is a journey guided as much by luck and circumstance as by faith, intention, and the unseen forces that shape our paths. The work invites reflection on the beauty, impermanence, and quiet sweetness found in living in the moments we create, the moments we are given, and the mysteries we can never fully understand until one day, your life unfolds before you like a film reel.