© Christian POGO Zach

Schubert und seine Zeit

1789 Mit dem Sturm auf die Bastille beginnt am 14. Juli die Französische Revolution, in deren Folge alle europäischen Throne ins Wanken geraten.
1791
Österreich und Preußen beschließen gemeinsame Maßnahmen, um die Französische Revolution einzudämmen. Der Pianist Carl Czerny wird geboren.
1792
Frankreich erklärt Österreich den Krieg. Proklamation der Republik. Beginn der Koalitionskriege, in denen vor allem Österreich, Preußen, später auch Großbritannien und Russland gegen Frankreich kämpfen.

1793

Ludwig XVI. von Frankreich wird hingerichtet.

1794
Johann Michael Vogl wird als Hofopernsänger ans Wiener Kärntnertortheater, dem Vorläufer der Staatsoper, engagiert.

1796

Geburt Leopold Kupelwiesers und Franz von Schobers.
1797
Franz Schubert wird am 31. Januar als zwölftes Kind seiner Eltern im Himmelpfortgrund, einer Vorstadt Wiens, geboren. Sein Vater ist der Schulmeisters Franz Theodor Schubert, bei dem Franz später zur Schule geht. Im selben Jahr bezieht Joseph Haydn sein Haus in der Vorstadt Windmühle bei Gumpendorf.
1800
Carl Czerny gibt ein erfolgreiches Konzert im Wiener Augarten. Er wird zu einem berühmten Interpreten Beethovens, der ihn unentgeltlich unterrichtet.
1804
Napoleon Bonaparte krönt sich zum Kaiser der Franzosen. Johann Strauss Vater und Moritz von Schwind werden geboren.
1805
Franz Schubert erhält ersten Musikunterricht. Sein Vater bringt ihm das Geigenspiel bei, sein zwölf Jahre älterer Bruder Ignaz gibt ihm Klavierstunden. Michael Holzer, Chorregent an der Pfarrkirche zu Lichtenthal, lässt ihn Kirchenlieder auf der Orgel begleiten und unterrichtet ihn in Harmonielehre. − England, Russland und Österreich führt den Dritten Koalitionskrieg gegen Frankreich. Tod Friedrich Schillers, von dem Schubert später einige Texte wie »Die Götter Griechenlands« oder »Der Taucher« vertonen wird. Clemens Brentano und Achim von Arnim geben den ersten Band ihrer Sammlung von Volksliedtexten »Des Knaben Wunderhorn« heraus, die zur Inspirationsquelle für die gesamte Romantik wird. Auch Schubert vertont später einige Texte.
1808
Schubert wird als Hofsängerknabe ins von Kaiser Leopold II. gegründete Konvikt aufgenommen. Einer seiner Mitschüler, Josef Spaun, wird zu einem lebenslangen Freund.

1809

Die Franzosen stehen vor Wien. Tod Josef Haydns.
1812

Schuberts Mutter stirbt. Er nimmt Unterricht beim berühmten Antonio Salieri, bei dem auch Beethoven, Czerny, Franz Liszt oder Meyerbeer, aber auch Johann Michael Vogl studiert haben. − Der Russlandfeldzug Napoleons wird zu einem Desaster.

1813

Schubert verlässt das Konvikt und besucht die Lehrer-Bildungsanstalt. Er schreibt seine Sinfonie Nr. 1 D-Dur. Geburt Giuseppe Verdis und Richard Wagners. − In der Völkerschlacht bei Leipzig werden die Franzosen geschlagen, was im Folgejahr zur

1814

Abdankung Napoleons führt. Auf dem Wiener Kongress wird durch die Siegermächte die Aufteilung und Neustrukturierung Europas vorgenommen. Uraufführung von Beethovens »Fidelio« mit Johann Michael Vogl als Pizarro. Schubert wird Gehilfe in der väterlichen Schule; er verliebt sich in Therese Grob, die bei der Uraufführung seiner Messe Nr.1 F-Dur in der Lichtenthaler Pfarrkirche das Sopransolo singt.

1812
Schuberts Mutter stirbt. Er nimmt Unterricht beim berühmten Antonio Salieri, bei dem auch Beethoven, Czerny, Franz Liszt oder Meyerbeer, aber auch Johann Michael Vogl studiert haben. − Der Russlandfeldzug Napoleons wird zu einem Desaster.
1813
Schubert verlässt das Konvikt und besucht die Lehrer-Bildungsanstalt. Er schreibt seine Sinfonie Nr. 1 D-Dur. Geburt Giuseppe Verdis und Richard Wagners. − In der Völkerschlacht bei Leipzig werden die Franzosen geschlagen, was im Folgejahr zur
1812
Schuberts Mutter stirbt. Er nimmt Unterricht beim berühmten Antonio Salieri, bei dem auch Beethoven, Czerny, Franz Liszt oder Meyerbeer, aber auch Johann Michael Vogl studiert haben. − Der Russlandfeldzug Napoleons wird zu einem Desaster.
1813 Schubert verlässt das Konvikt und besucht die Lehrer-Bildungsanstalt. Er schreibt seine Sinfonie Nr. 1 D-Dur. Geburt Giuseppe Verdis und Richard Wagners. − In der Völkerschlacht bei Leipzig werden die Franzosen geschlagen, was im Folgejahr zur
1814  
Abdankung Napoleons führt. Auf dem Wiener Kongress wird durch die Siegermächte die Aufteilung und Neustrukturierung Europas vorgenommen. Uraufführung von Beethovens »Fidelio« mit Johann Michael Vogl als Pizarro. Schubert wird Gehilfe in der väterlichen Schule; er verliebt sich in Therese Grob, die bei der Uraufführung seiner Messe Nr.1 F-Dur in der Lichtenthaler Pfarrkirche das Sopransolo singt.
1815  
Napoleon kehrt aus dem Exil auf Elba zurück, wird jedoch in der Schlacht bei Waterloo endgültig besiegt. In der Heiligen Allianz schließen sich die europäischen Monarchien zum »Bund von Thron und Altar« zusammen: Nationale und liberale Strömungen werden unterdrückt. Als Reaktion auf die repressive Politik Gründung der Deutschen Burschenschaft. – Franz von Schober beginnt in Wien ein Philosophiestudium. Schubert komponiert u. a. die Sinfonien Nr. 2 und 3, mehrere Singspiele und ca. 145 Lieder, darunter den »Erlkönig«.
1816 Schubert bewirbt sich erfolglos um den Posten eines Kapellmeisters in Laibach, verlässt seine Lehrerstelle und zieht in die Wohnung von Franz von Schober, um zu komponieren. Josef Spaun schickt einige Schubert-Lieder an Goethe.
1818  
Schubert wird einige Monate Musiklehrer des Grafen Johann Karl Esterházy auf Schloss Zseliz in Ungarn. In der Wiener sogenannten Unsinnsgesellschaft, einer Gemeinschaft junger Künstler, pflegt Schubert Kontakt zu den Brüdern Kupelwieser (Joseph Kupelwieser, Librettist und Leopold Kupelwieser, Maler).
1819
Ermordung des Dichters und Staatsrates August von Kotzebue durch einen fanatischen Burschenschafter. Die Reaktion ist eine Verschärfung des Systems Metternich, Überwachung von Presse und Studentenverbindungen. Schubert gerät aufgrund seiner Kontakte in Verdacht der Konspiration, die Unsinnsgesellschaft löst sich auf.
1820
Schubert mit mehreren Freunden in Atzenbrugg, wo Schobers Onkel Verwalter ist. Kupelwieser hält die »Landpartie der Schubertianer von Atzenbrugg nach Aumühl« bildlich fest. Vogl arrangiert die Aufführung von Schuberts Singspiel »Die Zwillingsbrüder« am Kärntnertortheater.
1821
Im Januar findet bei Franz von Schober die erste Schubertiade statt. Vogl singt im März Schuberts »Erlkönig« am Kärntnertortheater und ebnet damit Schuberts Liedern entscheidend den Weg. Im Juli Ausflug nach Atzenbrugg, wo Schubert die »Atzenbrugger Tänze« komponiert. Im Herbst entsteht Schuberts Oper »Alfonso und Estrella« nach dem Libretto von Schober. – Tod Napoleons.
1822
Carl Maria von Weber dirigiert seinen »Freischütz« in Wien und lernt dort Schubert kennen. Schubert wird Mitglied der Gesellschaft der Musikfreunde. Schubert schreibt seine Sinfonie Nr. 7 (»Unvollendete«) und die »Wandererfantasie«.
1823
Entstehung der Oper »Fierrabras«, das Libretto ist von Josef Kupelwieser. Schubert komponiert den Liederzyklus »Die schöne Müllerin«. Erster Spitalaufenthalt wegen syphilitischer Geschwüre.
1826
Schubert bewirbt sich erfolglos um das Amt des Vize-Hofkapellmeisters. Vogl heiratet die 32 Jahre jüngere Kunigunde Rosa. Leopold Kupelwieser heiratet im selben Jahr, Schubert widmet ihm den »Kupelwieser-Walzer«.
1827
Tod Beethovens. Schubert ist Fackelträger beim Leichenbegängnis. Er komponiert die »Winterreise«.
1828
Schubert schreibt die Sinfonie Nr. 8 C-Dur, die Messe in Es-Dur, mehrere Lieder, Klaviersonaten und das Streichquintett in C-Dur. Er stirbt am 19. November an Typhus.