ERSTE REIHE: Béla Bartók
Jungen Zuhörerinnen und Zuhörern bieten wir die Gelegenheit, ausgewählte Stücke aus unseren Orchesterkonzerten schon vorab zu erleben. Begleitet wird der Besuch von einem Handout und einer Moderation während der Probe durch Chefdirigent Rubén Dubrovsky höchstpersönlich. Also kommt zu uns und spitzt die Ohren!
Der bedeutendste ungarische Komponist des 20. Jahrhunderts hat nur eine Oper hinterlassen: den Einakter »Herzog Blaubarts Burg«, komponiert 1911. Das altbekannte Märchen wird hier symbolistisch aufgeladen: Die unerschrockene Judith will Blaubarts Burg mit ihrer Liebe erhellen und die Geheimnisse des rätselhaften Mannes ergründen. Einen Raum nach dem anderen lässt sie von ihm aufschließen, bis die drei früheren Frauen Blaubarts zum Vorschein kommen, als Verkörperungen der Tageszeiten Morgen, Mittag und Abend. Judith tritt als Nacht an die Seite ihrer Vorgängerinnen, Blaubart bleibt in der wieder dunkel gewordenen Burg zurück: »Und immer wird nun Nacht sein …« Der junge Béla Bartók erweist sich als Meister der thematischen Charakterisierungskunst und der schillernden Orchesterfarben. Sein großes Violakonzert hingegen ist ein Spätwerk: Es entstand 1945, im Jahr von Bartóks Tod, und kann als sein musikalisches Vermächtnis gelten.
Béla Bartók
Konzert für Viola und Orchester
(Fassung: Tibor Serly)
»Herzog Blaubarts Burg«,
Oper in einem Akt
Besetzung am 04.05.2027
Orchester des Staatstheaters am Gartnerplatz