Regie
Herbert Föttinger
Herbert Föttinger wurde in Wien geboren, wo er privaten Schauspielunterricht erhielt. Nach ersten Engagements in Hof, Detmold, Hildesheim, Graz und am Volkstheater Wien wurde er 1993 Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt, wo er als Alfred in »Geschichten aus dem Wiener Wald« in der Regie von Karlheinz Hackl debütierte. Von 2006 bis 2026 war Herbert Föttinger Direktor des Theaters in der Josefstadt. In dieser Zeit gelang die Renovierung des Hauptgebäudes, der Kammerspiele sowie die Einrichtung einer neuen Probebühne. Künstlerisch erreichte Föttinger mit 53 Uraufführungen und 28 Erstaufführungen (österreichische, deutschsprachige bzw. europäische) eine Positionierung als progressives Haus des 21. Jahrhunderts bei gleichzeitiger respektvoller Pflege des klassischen Repertoires in der Josefstädter Tradition des großen Schauspielertheaters.
Föttinger stand selbst in zahlreichen Hauptrollen auf der Bühne, wie zum Beispiel als Jaromir in Hofmannsthals »Der Unbestechliche«, Serge in »Kunst«, Oberst in »Jacobowsky und der Oberst«, Flottwell in Raimunds »Der Verschwender«, Sigismund in Calderóns »Das Leben ein Traum«, Don Juan in Frischs »Don Juan oder die Liebe zur Geometrie«, Jean in »Fräulein Julie«, die Titelrolle in Molnárs »Liliom«, Vicomte de Valmont in »Gefährliche Liebschaften« sowie sämtliche Männerrollen in Schnitzlers »Reigen«, Sigmund Freud in »Eine dunkle Begierde«, Benjamin Rubin in »Der Mentor«, die Titelrolle in »Professor Bernhardi«, Georges in »La Cage aux Folles«, Gennadij Nestschastliwzew in »Der Wald«, zuletzt Al Lewis in »Sonny Boys« und Bruscon in »Theatermacher«. Als Lorenzo Da Ponte in Peter Turrinis »Was für ein schönes Ende« verabschiedete sich Föttinger im Sommer 2026 vom Josefstädter Publikum.
Von 2008 bis 2017 verkörperte Föttinger in knapp hundert Aufführungen den Professor Higgins in »My Fair Lady« an der Wiener Volksoper, im Herbst 2022 stand er zum ersten Mal, als Haushofmeister in »Ariadne auf Naxos« von Richard Strauss auf der Bühne der Wiener Staatsoper. 2012 wurde Herbert Föttinger der Titel »Österreichischer Kammerschauspieler« verliehen.
Seit der Spielzeit 2004/2005 ist Herbert Föttinger auch als Regisseur tätig. Am Theater in der Josefstadt inszenierte er u. a. Nestroys »Kampl« mit Helmuth Lohner und Otto Schenk, »Das vierte Gebot«, die Uraufführungen von Peter Turrinis »Mein Nestroy«, »Endlich Schluss« und »Aus Liebe« sowie »Der Diener zweier Herren«, »Nächstes Jahr – gleiche Zeit«, »Die Buddenbrooks«, »Halpern & Johnson«, »Der blaue Engel«, »Geschichten aus dem Wiener Wald«. Uraufführungen waren »Der Mentor« von Daniel Kehlmann, »Die Schüsse von Sarajevo« von Milan Dor, »Niemand« von Ödön von Horvath, »Heilig Abend« von Daniel Kehlmann, »All about Eve« von Christopher Hampton und »Leben und Sterben in Wien« von Thomas Arzt.
Am Theater an der Wien debütierte er 2013 mit Beethovens »Fidelio« als Opernregisseur und übernahm am selben Haus 2015 auch die Regie von Milhauds »La mère coupable«. Am Gärtnerplatztheater inszenierte er bereits Mozarts »Don Giovanni«, Verdis »Rigoletto«, Massenets »Werther« sowie Bizets »Carmen«.