Bühnenbild-Modell

Mit einer Idee verändert man die Welt!

Susanne Schemschies, Regisseurin und Leiterin des Jungen Gärtnerplatztheaters, gibt einen Einblick in den Entstehungsprozess von WAS MACHT MAN MIT EINER IDEE?.

Bevor die Musiktheater mobil-Produktion auf Tour geht, erleben Sie die Uraufführung am 16. November 2018 auf der Studiobühne. mehr

 

Wie seid Ihr auf das Kinderbuch von Kobi Yamada und Mae Besom gekommen?

Auf der Suche nach einem geeigneten Stück für eine Sängerin bin ich bei den bestehenden Stücken nicht fündig geworden. Daher war relativ schnell klar, dass es eine Dramatisierung sein wird. Nachdem ich mit Elaine Ortiz Arandes gesprochen habe, die den Part der Sängerin übernehmen wird, sind wir beide auf die Suche gegangen nach einer Vorlage, die sich für Kinder im Grundschul- und  Vorschulalter eignet. Es waren verschiedene Stücke im Gespräch, bevor ich auf dieses doch recht philosophische Bilderbuch gestoßen bin. Ich fand es toll und konnte Elaine ebenfalls davon überzeugen.

Ich habe dann beim Buchverlag in Deutschland angefragt, ob eine Dramatisierung grundsätzlich möglich wäre. Die Reaktion war pure Begeisterung. Das hat mich sehr gefreut, denn damit rechnet man zunächst nicht. Auch beim Buchverlag in den USA stieß unser Ansinnen auf Wohlwollen und das OK kam schnell. Damit war der Weg frei für die musikalische Dramatisierung.

Das Schöne an dem Buch ist, dass die Idee nicht näher präzisiert wird. Es wird nicht erklärt, um welche Idee es sich genau handelt. Die Quintessenz ist:

Mit einer Idee verändert man die Welt!

 

Wie kann man sich den Umarbeitungsprozess – vom Kinderbuch zum Musiktheaterstück – vorstellen?

Der erste Schritt war, dass wir uns sehr eng an den Text im Buch gehalten haben. Ich habe versucht, an sinnvollen Stellen Musik, sprich Lieder, einzubauen. Dann folgte das erste große Arbeitstreffen. Wir haben Liedvorschläge (auch aus der Karibik, der Heimat von Elaine) diskutiert, Musik angehört und eine grobe Struktur festgelegt. Dann gab es eine weitere intensive Arbeitssitzung mit dem Dramaturgen David Treffinger und mir. Da wurde sozusagen die Textgrundlage geboren. Darauf konnten wir aufbauen. Und so wuchs die Dramatisierung von Treffen zu Treffen.

 

Wie haben Probenprozess, Bühnenbild, Kostüme… Einfluss auf das Stück genommen?

Wichtig war diesmal auch die Ausstatterin Stephanie Thurmair sehr früh einzubeziehen, da es für uns wichtig war zu wissen, was sich auf der Bühne realisieren lässt und was nicht. Oft ertappe ich mich, dass ich filmisch denke. Und da braucht es den kreativen Input seitens der Ausstattung. Erst dann konnten die Proben starten und die Dramatisierung geht nun dort weiter. Nach wie vor probieren wir auf den Proben viel aus. Wie verhalten sich die Kugeln, die die Idee symbolisieren, im tatsächlichen Gebrauch auf der Bühne. Wie greift alles ineinander. Ich glaube, der Prozess ist erst mit der Premiere abgeschlossen.

Allerdings entwickelt sich jede Produktion danach auch noch weiter. Jedes Publikum ist anders und keine Vorstellung ist zu 100% identisch. Minimale Abweichungen und Reaktionen auf das Publikum sind völlig normal:

Das macht das Live-Erlebnis zu etwas Besonderen und Einmaligen.