DIE LUSTIGE WITWE Chronik
Knapp zehn Monate nach ihrer gefeierten Wiener Uraufführung am 30. Dezember 1905 erlebte Franz Lehárs »Die lustige Witwe« am 6. Oktober 1906
bereits ihre Münchner Erstaufführung am Gärtnerplatztheater – mit Gisela Fischer und Rudolf Seibold als Hanna Glawari und Graf Danilo. Am 5. Juli 1907 sollte diese Inszenierung, unter dem Dirigat des Komponisten höchstpersönlich, schließlich ihre 200. Jubiläums-Vorstellung erleben.
Auf Neuproduktionen in den Jahren 1929 und 1935 folgte am 31. Dezember 1938 die Neuinszenierung von Fritz Fischer, in der Johannes Heesters erstmals am Gärtnerplatz als Graf Danilo zu erleben war – einer Rolle, die in der Folge einen Markstein im Schaffen dieses Ausnahmekünstlers darstellen sollte.
Nach weiteren Neuproduktionen in den Jahren 1952, 1958, 1963, 1970, 1989, 2000 und zuletzt 2007 steht heuer im Jahr 2017 mit Josef E. Köpplingers Neuinterpretation die nunmehr bereits zwölfte »Witwen«-Premiere auf dem Spielplan des mittlerweile als Staatstheater am Gärtnerplatz geführten Hauses.
06.10.1906 Musikalische Leitung Eduard Steinböck / Regie Franz Josef Graselli
01.09.1929 Musikalische Leitung Eugen Neff / Inszenierung Herbert Langhofer
08.02.1935 Musikalische Leitung Karl Fürmann / Inszenierung Otto Reimann
31.12.1938 Musikalische Leitung Peter Kreuder / Inszenierung Fritz Fischer
25.01.1952 Musikalische Leitung Gerhard Becker / Inszenierung Eduard Rogati
07.03.1958 Musikalische Leitung Hans Hofmann / Inszenierung Willy Duvoisin
29.03.1963 Musikalische Leitung Cornelius Eberhardt / Inszenierung Volker von Collande
17.01.1970 Musikalische Leitung Harry Pleva / Inszenierung Kurt Pscherer
17.12.1989 Musikalische Leitung Reinhard Schwarz / Inszenierung Hellmuth Matiasek
23.01.2000 Musikalische Leitung David Stahl / Inszenierung Franz Winter
10.11.2007 Musikalische Leitung Henrik Nánási / Inszenierung Jan-Richard Kehl
19.10.2017 Musikalische Leitung Anthony Bramall / Regie Josef E. Köpplinger
»Der frühe Morgen sah bereits Hunderte auf die Öffnung der Kasse warten, und als sich um 9 Uhr die Türen endlich auftaten, drängte die Masse mit so vehementer Kraft vorwärts, daß es der Schutzmannschaft nur unter Aufbietung aller Energie möglich war, größeres Unheil zu verhüten. Kinder, die in Gefahr schwebten, erdrückt zu werden, mußten über die Köpfe der Menge hinweg gezogen werden, und mancher zerrissene Anzug, manch ruiniertes Kleid zeugten von dem Kampfe um Billets, der am Gärtnerplatz getobt.«
aus der Münchener Zeitung vom 15. April 1907, anlässlich der 150. Vorstellung der »Lustigen Witwe«